Standesamtliche Trauung - wirklich so unromantisch?

verzweifelte Braut
verzweifelte Braut

Die standesamtliche Trauung ist in Deutschland die Grundvoraussetzung für die gesetzlich anerkannte und gültige Ehe. Eine kirchliche oder eine freie Trauung reicht hierzu beispielsweise nicht aus. Immer wieder beklagen sich Brautpaare, dass es in einigen Standesämtern wie am Fließband zugeht und sind schockiert und enttäuscht wie unpersönlich oder gar lieblos einige Standesbeamte die Trauung vollziehen.

Standesamtliche Trauung: Individuell oder Standard?

 

Wie die standesamtliche Trauung gestaltet wird liegt immer an dem jeweiligen Standesamt und/oder an dem zuständigen Standesbeamten. In den meisten Fällen findet die standesamtliche Trauung in den eigenen Amtsräumen statt. Einige Standesämtern haben aber auch ganz besonder Außenstellen für die Trauungen, wie z.B. in Schlössern, am Strand, auf Leuchttürmen oder in historischen Gebäuden.

Obwohl die Zeremonie der Eheschließung auf dem Standesamt eine eher förmliche Angelegenheit ist, die in der Regel max. ca. 15-20 Minuten dauert, gibt es durchaus sehr schöne Möglichkeiten diese zu personalisieren und zu einem ganz besonderen Moment werden zu lassen. Wobei wir aber dann aber auch schon bei der jeweilgen Willkür des zuständigen Amtes und dessen Beamten wären, ob die Trauung eher lieblos oder liebevoll gestaltet wird.

 

 

Bauchgefühl entscheiden lassen

Welches Standesamt nun für euch das Richtige ist, hängt auch maßgeblich von euren Erwartungen ab. Je wichtiger euch eine persönliche Trauung ist, desto eher solltet ihr die Augen nach dem richtigen Standesamt offen halten.

Vor der Trauung solltet ihr unbedingt euren zuständigen Standesbeamten in einem persönlichen Gespräch kennenlernen. In diesem Gespräch könnt ihr eure Fragen stellen und  Wünsche äußern. Auch wenn die Möglichkeiten der Wunscherfüllungen natürlich begrenzt sind, hilft es die standesamtliche Trauung persönlicher zu gestalten. Wird der Standesbeamte auf eure persönliche Liebesgeschichte eingehen? Darf Musik gespielt werden? Dies sind nur ein paar Beispiele an Fragen die ihr stellen könntet. Allerding bietet nicht jedes Standesamt Heutzutage noch ein persönliches Vorab-Gespräch an, teilweise findet der Austausch zum Kennenlernen per E-Mail statt und in einigen Fällen lernt ihr den Standesbeamten auch erst bei der eigenen Trauung kennen.

Freie Wahl des Standesamtes

Die gute Nachricht aber ist: Es besteht für euch keine Pflicht in dem Standesamt eures Wohnortest zu heiraten! Als Brautpaar habt ihr die freie Wahl darüber wo eure Trauung vollzogen werden soll. Lediglich die Anmeldung zur Eheschließung muss bei eurem zuständigen Standesamt erfolgen. Dieses schickt dann die Unterlagen an das Standesamt, welches ihr euch die Trauung ausgesucht habt.

Da eine standesamtliche Trauung die Rechtsgrundlage ist, lohnt es sich bei dem zuständigen oder auserwählten Standesamt genauer hinzuschauen, wie die Trauungen dort stattfindet. Ihr könnt euch in euren Bekannten- und Freundeskreis umhören und/oder euch selbst in dem jeweilgen Standesamt über den Ablauf und dei Möglichkeiten  informieren. Manchesmal gibt allein schon die Qualität der Auskunft einen guten Einblick in die  „Arbeitsweise“ des Amtes und deren Beamten.

Lieblose Beamtenwillkür

Die Lieblosigkeit mit der die Beamten teilweise in einigen Ämtern mit den Brautpaaren umgehen, finde ich wirklich erschreckend. Ohne Übertreibung. Ich kann (und will) es nicht nachvollziehen wie unempathisch einige Standesbeamten dem schönsten Tag im Lebens eines Paares begegnen. Ich frage immer wieder mal für die standesamtliche Trauung meiner Brautpaare in den jeweiligen Ämtern nach, ob das ein oder andere „Extra“ möglich ist. Verständlicherweise haben auch die Möglichkeiten zur Erfüllung von Extrawünschen irgendwo seine Grenzen, allerdings sind die Antworten, Haltungen und Ansichten die ich zum Teil von einigen Ämter zu hören bekomme, wirklich enttäuschend und traurig. In den vergangenen Monaten z.B. als nur wenige Gäste (wenn überhaupt welche) der Trauung beiwohnen durften, wurde gerne nach einer Live-Stream-Übertragung durch das Brautpaar angefragt, damit Familie und Freunde zumindest online bei der Trauung dabei sein dürfen. Einige Standesämter waren sehr offen und haben bereitwillig zugstimmt, während andere dieses „Extra“ kategorisch ablehnten. An diesem kleinen Beispiel erkennt man die Willkür sehr deutlich, was ich unglaublich schade finde. Sorry, aber das geht in meinen Augen so gar nicht!

Lasst euch schlechten Service durch die Ämter nicht gefallen und sucht euch ein schönes Standesamt mit freundlichen und empathischen Standesamtbeamten – von denen es – zum Glück- mehr als genügend gibt.